Wohl jeder kennt zumindest jemanden, der jemanden kennt, der‚ World of Warcraft spielt oder einmal gespielt hat. Womit sich dieser jemand auch keineswegs in geringer Gesellschaft befindet, denn zu seinen Hoch Zeiten im Jahre 2010 wurde der Titel von etwa 12 Millionen Menschen gespielt, die zudem bereit waren hierfür eine monatliche Gebühr zu entrichten, um das Spiel fortlaufend nutzen zu können. Mit seinem bis dahin nicht in dieser Form gekannten Spielsystem, in dem der Spieler für seine Taten stets belohnt wurde, zog das Spiel nicht wenige der Spieler regelrecht in seinen Bann.

Viele schufen sich hier Ihre Parallelwelt, abseits des stressigen Alltags, wohin sie sich nach der Arbeit oder Schule zurückziehen konnten und wo sie zusammen mit Ihren Freunden Abenteuer erlebten. Alles fernab der Realität und doch so überaus faszinierend, sofern man die eigenen Grenzen kennt. Dann kann man sich fallen lassen in eine Fantasy-Welt, fernab der Realität. Hier kann man Berufe erlernen, seine Fähigkeiten im Kampf verbessern und auf riesigen Reittieren die Welt bereisen. Man kann in der Welt von World of Warcraft dahin gehen wo man will und ganz gleich wo man auch hinkommt, überall wimmelt es von Aufgaben, für die man Belohnungen erhält. Wie oft kommt es vor das man zu sich selbst sagt: „Nur noch diese Aufgabe!“ Und dennoch fängt man danach direkt wieder mit der nächsten Aufgabe an. Das beschreibt den Sog, in den dieses Spiel den Spieler zieht ziemlich deutlich.

Doch seine erfolgreichsten Jahre hat dieses Spiel ohnehin bereits lange hinter sich, bereits seit Jahre schwindende Spielerzahlen, die auch die Folge der neuen Free-to-Play Kultur sind, haben dem einstigen Massenphänomen einen Teil seiner Faszination genommen. Zudem fällt es dem Entwickler Blizzard augenscheinlich immer schwerer, regelmäßig neue Erweiterungen in das Spiel zu integrieren und auch der Grafik sieht man seit einigen Jahren deutlich an, wann das Spiel einst veröffentlicht wurde.

Dass World of Warcraft jedoch in geraumer Zeit offline geht, davon ist jedoch auch keineswegs auszugehen. So erscheint in diesem Jahr die bereits siebte Erweiterung mit dem Namen „Battle for Azeroth“, die neben gänzlich neuen Spielinhalten, auch einen von Fans der ersten Stunde immer wieder geforderten Classic-Server bieten soll. Damit will Blizzard sowohl aktive Spieler weiter halten als auch versuchen Fans der ersten Stunde wieder zu einer Rückkehr zu bewegen. Ob dieses Vorgehen aufgeht wird die nahe Zukunft zeigen.