Zwar ist die Fifa-Reihe von EA Sports allen Konkurrenten in den vergangenen Jahren ein wenig enteilt, zumindest was die Verkaufszahlen betrifft, dennoch ist der Vorreiter keineswegs konkurrenzlos. Der alte und neue Rivale von EA Sports heißt wie bereits seit den 90er Jahren Konami. Bis 2001 in Europa unter dem Namen International Superstar Soccer bekannt, ‚heißt die Reihe seitdem Pro Evolution Soccer. Und nicht wenige Spieler sind der Meinung, dass hier das Spielgefühl sogar besser sei als bei Fifa. Dafür kränkelt es jedoch regelmäßig in anderen Bereichen.

Grafisch etwa ist Fifa18 dem aktuellen Ableger PES2018 weit voraus, ebenso was die Stimmung in den Stadien betrifft. Erschwerend kommt hinzu, dass es Konami an der Anzahl an Lizenzen mangelt, die seit jeher in den Händen von EA Sports liegen. Dies führt dazu, dass Mannschaften und Spieler mit Fantasie-Namen auflaufen oder wie unter anderem der FC Bayern München, trotz der Lizenz für die Champions League, erst gar nicht in dem Spiel enthalten sind. Zwar nehmen die Fans der Reihe dieses Manko seit jeher zähneknirschend hin, neue Spieler zu gewinnen fällt hierdurch jedoch deutlich schwerer. Doch was wie beim echten Fußball auch bei den Simulationen zu dieser Sportart zählt, ist eben auf dem Platz. Und da macht Pro Evolution Soccer seit jeher eine ausgezeichnete Figur.

Bei PES gleicht nahezu kein Spielzug dem anderen, wodurch es auch bei Spielen gegen den besten Freund, selbst nach Monaten noch zu bislang ungesehenen Spielsituationen und Toren kommt. Feste Abläufe, welche stets zu Toren nach demselben Schema führen wie dies bei der Fifa-Reihe schon mal er Fall ist, sind bei Pro Evolution Soccer eher selten zu sehen, was viele eingefleischte Spieler an dieser Fußball-Simulation auch seit jeher sehr schätzen.

Doch wenngleich Pro Evolution Soccer 2018 auch grafisch wieder näher an die Fifa-Reihe herangekommen ist, so kann man dennoch nicht davon ausgehen, dass sich die Machtverhältnisse in jüngerer Zukunft ändern werden. Denn während EA Sports in Zusammenarbeit mit der FIFA den Fifa eWorld Cup ausrichtet, welcher sich bereits in der Qualifikation einem gewissen Medien-Interesse erfreut, hat es Konami bislang versäumt, ein Event von ähnlicher Strahlkraft für Pro Evolution Soccer auf die Beine zu stellen.

Dies zeigt auch die Tatsache, das bekannte Fußball-Vereine die in den eSport einsteigen bislang stets und ausschließlich auf den Titel aus dem Hause EA Sports setzen. Es scheint fast so, dass Konami die eigenen Fehler und Versäumnisse aus der Vergangenheit nun teuer bezahlen muss und EA Sports auf geraume Zeit den Vortritt im Rampenlicht gewähren muss. Dennoch ist Pro Evolution Soccer keineswegs ein schlechtes Spiel, nur eben flächendeckend nicht so erfolgreich und weniger stark im Blickfeld.